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Aktuelles für 2022

Infos werden folgen.

Der Wiedehopf

Vogel des Jahres 2022

Der wärmeliebende Wiedehopf ist deutlich von Klimaschwankungen beeinflusst. Der gefährdete Vogel braucht unseren Schutz, auch im Klimawandel. Mehr zum zweifachen Vogel des Jahres. 

Wiedehopf mit erbeuteter Ödlandschrecke - Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche

Wiedehopf mit erbeuteter Ödlandschrecke – Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche



Name
Der Wiedehopf (Upupa epops) ist die einzige europäische von drei Arten der Familie der Wiedehopfe (Upupidae) und zählt zur Ordnung der Hornvögel und Hopfe (Bucerotiformes).

Kennzeichen
Besondere Kennzeichen des Wiedehopfes sind sein langer, dünner, gebogener Schnabel sowie die aufrichtbare Federhaube. Das Körpergefieder des kurzbeinigen Vogels ist hell orange-bräunlich, Schwingen und Schwanz sind kontrastreich schwarz-weiß gebändert.

Wiedehopf mit Heuschrecke

Wiedehopf verfüttert Eidechsenei – Foto: NABU/CEWE/Thomas Hinsche

Lautäußerungen
Der Balzruf besteht aus meist dreisilbigen upu-pup Lauten. Bei Erregung krächzt der Wiedehopf gedehnt und rau.

Nahrung
Das Beutespektrum des Wiedehopfes umfasst vor allem (Maulwurfs-)Grillen, Käfer und Engerlinge sowie größere Schmetterlingsraupen. Er erbeutet aber auch Spinnen, Asseln, Hundert- und Tausendfüßler, Regenwürmer und Schnecken. Gelegentlich zählen kleine Wirbeltiere wie Eidechsen zu seiner Nahrung.

Lebensraum
Der Wiedehopf bevorzugt als Bruthabitat offene Landschaften warmtrockener Klimate mit kurzer, schütterer Pflanzendecke zur Bodenjagd. Geeignete Bruthöhlen wie in älteren, ausgefaulten Bäumen dürfen ebenfalls nicht fehlen.

Fortpflanzung
Der Wiedehopf sucht sich als Neststand Ganz- oder Halbhöhlen aller Art, etwa in Astlöchern, Felshöhlen, unter Dächern oder in Erdlöchern. Meist Anfang Mai legt er dort in der Regel fünf bis acht (lang-) ovale hell blaugraue bis grünlich graue Eier. Nach etwa 15-tägiger Bebrütung durch das Weibchen schlüpfen die Jungen, die anschließend noch etwa acht Tage lang gehudert werden und nach bis zu 30 Tagen das Nest verlassen. Anschließend werden die Jungvögel noch einige Tage mit Futter versorgt. Zweitbruten können bis Anfang Juli erfolgen.

Verbreitung
Das Areal des Wiedehopfes reicht von Südwest-Europa und Nordwest-Afrika nach Osten über Vorderasien, Arabien, Sri Lanka bis Sumatra, im Norden bis in das Baltikum und ostwärts bis zum Baikalsee. Abgesehen von vereinzelten Überwinterern beziehen die Zugvögel südlich der Sahara beziehungsweise in Indien ihre Winterquartiere. 

Wiedehopf an Nistkasten

Wiedehopf stochert nach Nahurng – Foto: Matthias Entelmann/www.naturgucker.de

Bestand
Die nur im Nordwesten und Norden fehlende Nominatform weist in Europa einen Gesamtbestand von mindestens 1.300.000 Brutpaaren auf, mit deutlichem Schwerpunkt in den mediterranen Ländern (vor allem Spanien, Portugal, Türkei) und in Russland. Der Wiedehopf kommt in fast allen Ländern Mitteleuropas vor, der Bestand ist hier jedoch auf wenige Tausend Vögel zurückgegangen. In Deutschland brüten 800 bis 950 Paare. Gezielte Schutzmaßnahmen haben regional (z.B. am Südlichen Oberrhein) zu einer erfreulich positiven Entwicklung geführt.

Gefährdung
Neben klimatischen Faktoren wie feuchtkühler Witterung macht dem Wiedehopf vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft mit ihren unterschiedlichen Folgen zu schaffen. Hoher Pestizideinsatz und der Verlust von extensiv genutzten Wiesen und Weiden, die in Ackerland umgewandelt werden, zählen zu den wesentlichen Gefährdungsfaktoren. Geeignete Bruthöhlen gehen durch das Entfernen von nicht mehr ertragsreichen Obstbäumen oder von Feldgehölzen regelmäßig verloren, außerdem durch Sanierungsmaßnahmen älterer Gebäude (Scheunen, Ställe) und Gemäuer.

Forderungen zum Schutz
Zum Schutz des Wiedehopfes sind verbliebene Streuostbestände sowie Feldgehölze mit Bruthöhlen langfristig zu erhalten. Nisthilfen werden an geeigneten Orten gerne angenommen und haben lokale Vorkommen bereits sehr positiv beeinflussen können.

Im Zuge einer Extensivierung der Landwirtschaft sind reich strukturierte Wiesengebiete und Brachflächen zu fördern und zu erhalten. Der Einsatz von Düngemitteln und Pestiziden sollte in Brutgebieten des Wiedehopfes deutlich eingeschränkt werden, um ein ausreichendes Nahrungsangebot sicherzustellen.